Da ich mich nicht entscheiden konnte, welchen Wein ich nun zur zum Thema Naturwein vorstelle, schlage ich gleich doppelt zu. Hier mit dem weißen Buchertberg vom Herrenhof Lamprecht und dort mit dem 2010 Fonatasanta Nosiola von Foradori.
Die Weine von habe ich letztes Jahr kennen- und schätzen gelernt. Lange Zeit lagen die Rebflächen des in der Steiermark brach, bis sich Gottfried dazu entschloss, die alte Familientradition wieder aufleben zu lassen. Aber nicht irgendwie, sondern mit ganz viel Herz und Verstand. Als Grundlage seiner Arbeit hat sich Gottfried selbst eine auferlegt, um “mehr Transparenz in die Weingartenarbeit und Kelterung zu bringen – im Sinne der Qualität – im Sinne der Vielschichtigkeit” wie er sagt und .
“Der Boden ist die Seele des Weinstockes – und genau so bewirtschaften wir ihn – nachhaltig, nach biologischen Grundsätzen. Die Zurückhaltung im Keller, um dem Wein Ruhe zu geben, ist selbst verständlich. Authentizität hat die höchste Priorität.”
Zeit. Ruhe. Seele …
Nun aber zum Wein.
Der ist eine Cuvée der Sorten Weißburgunder, Grauburgunder und Sauvignon Blanc. Wobei Cuvée eigentlich falsch ist, da es sich um einen gemischten Satz handelt. Im Englischen heißt es “field blend” und trifft den Nagel auf den Kopf. Wieso sind die deutschsprachigen Weinbezeichnungen oftmals so sperrig und uncharmant? Da wird man ja förmlich dazu genötigt in Anglizismen oder ins französische auszuweichen. Cuvée, state of the art …
Grandios finde ich die Zutatenliste auf dem Rückenetikett “Trauben – aus biologischer Landwirtschaft, enthält Sulfite, that’s it.” So schön kann man’s verpacken, wenn man will.
Dass Gottfried nicht in philosophischen Höhen verträumt durch die Welt wandelt, sieht man auch daran, dass er längst im Web 2.0 angekommen ist und dieses auch lebt. Aktiv auf und , eigener Blog, QR-Code zur Produktseite. So geht’s auch. Die Webseite sieht zwar derzeit ziemlich wüst aus, aber Gottfried musste sich unfallbedingt letztes Jahr eine Auszeit nehmen.
Jetzt aber wirklich zum Wein an sich …
Die Farbe ist recht kräftig, schon fast ein helles Goldgelb.
In der Nase eine vielfältige Palette von reifen Fruchtaromen. Ananas, Banane, Aprikose, Quitte. Aber auch etwas rauchig-würziges. Balsamische Noten. Vollmilchschokolade. Mit der Zeit kommen dann noch mineralische Noten. Macht Lust darauf, das Glas gleich anzusetzen.
Am Gaumen weich und geschmeidig. Der Wein umgarnt die Zunge wie Seide und erzeugt einen wundervollen Trinkdruck. bei 12% Alkohol auch kein vergehen. Es zeigt sich eine angenehme Fruchtsüße, wobei der Wein von der Analyse mit anderthalb Gramm Restzucker wahrlich trocken ist. Aber der Wein hat Schmelz und die recht komplexe Fruchtaromatik lässt den Wein fast mild erscheinen.Die Säure ist sehr gut integriert. Es ist eine feine, elegante, zarte Säure, welche die Frucht unterstreicht, mit Leben erfüllt und dem Wein letztendlich auch eine gute Länge verleiht.
Was für ein Wein. Auf der einen Seite könnte man ihn einfach nur so wegsüppeln, aber andererseits kann man auch mit dem Wein anfangen ins Gespräch zu kommen. Der hat was zu erzählen. Und das bei Reben, die gerade einmal 2-5 Jahre alt sind. Wohin soll das noch führen ?!? Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Jahrgänge.
Bezugsquelle:
Dort ist der (Stand: )
Danke an für das Verkostungsmuster!





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