Vor gut einem Jahr habe ich Christian Honrath bei einer Präsentation der Generation Riesling kennengelernt. Seine 2009 Scheurebe feinherb habe ich daraufhin auch hier im Blog beschrieben.

Im Zuge einer Bestellung hat Christian Honrath mir nun zwei Weine des Jahrgangs 2010 mitgeschickt. Sein Kommentar dazu:

Ich habe diese beiden Weine für Sie ausgewählt, da eine Umstrukturierung des Sortiments eine langwierige und experimentelle Sache ist und dabei immer wieder interessante Weine hervorkommen.

Dem verschließe ich mich nicht und verkoste die Weine gerne.

Heute im Glas der 2010 Grauer Burgunder Spätlese trocken Guldentaler Hipperich „Im Holzfass gereift“. Nun gut. Der Name ist mir persönlich etwas sperrig. Spätlese kann man dazu schreiben, aber muss man es? Rein rechtlich nicht. Die Lage? Ich bin ein Freund des Kurz-und-bündigen. Also weg damit und nur bei absoluten Top-Weinen mit einzigartigem Terroircharakter die Lage dazu schreiben. „Im Holzfass gereift“ … Ja. Ist er. Aber muss man es so plakativ und sperrig vermerken? Die Angabe des Ausbaus im Holzfass ist für den Konsumenten sicherlich wichtig, aber auch hier würde ich es dezenter handhaben. Wie sollte der Wein den auf einer Weinkarte stehen? Mit drei Zeilen Platzbedarf ?!?
Dies ist aber nur meine Meinung. Und Christian Honrath lässt ja auch anklingen, dass eine Umstrukturierung des Sortiments im Gange ist. Generationswechsel. Und da kann man nicht immer von Heute auf Morgen alles anders machen. Aber Stück für Stück. Dafür ja auch die Rückmeldung …

Nun aber zum Wein an sich!

Wie nicht anders zu erwarten strahlt mich eine hellgelbe Farbe an, die dezent grüne Reflexe hat.

In der Nase fallen mir zuerst die rauchigen Aromen auf. Holzfasswürze. Karamell. Erst dann kommt Banane, reife Gelbfrucht, Mango und auch nussige Noten.

Am Gaumen verbindet sich die Cremigkeit sehr gut mit der lebendigen Säure. Zitrusnoten kommen hinzu. Dann wieder der Schmelz und die balsamischen Noten vom Holzfassausbau. Und doch bringt der Graue Burgunder eine gewisse schlanke Art mit. Auch wenn das Holz derzeit noch etwas dominant ist und fast aufgesetzt wirkt, denke ich dass der Wein in einem Jahr – oder auch zweien – sowohl das Holz wie auch die Frucht und Säure gut miteinander verwoben haben wird. Wir trinken Weine eh oftmals viel zu jung …

Fazit: Das was Christian Honrath hier als „interessanten Wein“ vorstellt, ist nach meinem Gusto auf einem sehr guten Weg! Ich kann dazu nur sagen: Experimentiere weiter so !!!

Publiziert am von Peer F. Holm

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.