Eigentlich ist Luis Pato als der Philosoph unter den Weinmachern aus dem Beiras bekannt. Einer, der es versteht, die Zicke Baga – wie Axel Biesler die Rebsorte im WeinWisser 04/2011 so treffend beschrieben hat – zu bändigen versteht. Aber er ist auch einer, der gerne experimentiert und Neues versucht. Sei es durch Vinifikationsmethoden (wie beim „Abafado Molecular“) oder in Form von Cuvées.

Heute ist ein Wein aus letzterer Kategorie im Glas. Der BTT ist eine Cuvée aus je einem drittel Baga, Tinto Cão und Touriga Nacional. Also der Zicke, dem gefärbten Hund (so wäre die wörtliche Übersetzung) und der Nationalrebsorte, die oftmals deutliche Ausflüge in die Veilchenrichtung macht.

Die Farbe ist, wie nicht anders zu erwarten, ein dichtes Purpurrot mit deutlichen Violetten Reflexen.

In der Nase finde ich eine spannende Mischung aus Frucht, Würze und blumigen Elementen. Dunkle Waldbeeren, etwas Pflaume, dann aber auch ganz schnell ätherische Noten, Lakritze und die für Touriga Nacional so typischen Veilchennoten. Hinzu kommen Kräuter und milde Gewürze.

Am Gaumen präsentiert sich der Wein erstaunlich zugänglich. Nichts von der Unnahbarkeit eines reinsortigen Bagas diesen Alters. Vielmehr fast schon ein Schmeichler, ohne dabei zu langweilen. Einer der Lust macht auf das zweite Glas. Die blumige Veilchennote des TN findet sich ebenso wieder, wie Kräuter und Lakritze. Die Waldbeeren hingegen weichen Sauerkirschen. Die Säure ist erfrischend deutlich, aber harmonisch. Sie verleiht dem Wein eine gewisse Schlankheit.

Der 2009 BTT kommt zwar nicht an die grandiosen Prachtstücke Vinha Pan, Vinha Barrosa oder gar Quinta do Ribeirinho Pé Franco heran, aber das ist mit Sicherheit auch nicht die Intention. Dahingegen zeigt der BTT eine wundervolle Trinkigkeit und das Potential, welches auch in Bezug auf zugängliche Weine in den autochthonen Rebsorten Portugals steckt.

Publiziert am von Peer F. Holm

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