Der große Internationale Weinpreis MUNDUSvini ist seit fast einer Dekade am Markt (siehe meinen Bericht zur 2009er Verkostung). Dieses Jahr ist nun die Premiere der MUNDUSvini BioFach. Wie der Name schon eindeutig zeigt, ist es eine reine Bio-Wein Prämierung, die anlässlich der in Nürnberg stattfindenden BioFach durchgeführt wird.

Dementsprechend ist das Procedere dem der „großen“ MUNDUSvini sehr ähnlich. Nur ist alles – es ist schließlich das erste Jahr – in einem bedeutend kleineren Maßstab: Statt 5.700 Weinen die an insgeamt 6 Verkostungstagen von rund 250 Juroren verkostet werden, sind es „nur“ 622 Weine, die an zwei Tagen von rund 50 Personen bewertet werden.

622 Weine von denen 163 aus Italien, 116 aus Deutschland, 115 aus Spanien, 95 aus Frankreich, 37 aus Österreich, 20 aus Chile, 16 aus Portugal, 15 aus Südafrika, 14 aus Argentinien und 10 aus Griechenland kommen. Weitere Weine kommen aus Australien, Ungarn, USA, Schweiz und sogar aus exotischen Ländern – zumindest was den Weinbau betrifft – wie den Niederlanden.

Über 60% der angestellten Weine sind rot und gut 28% weiß, aber es sind auch Schaum- und Perlweine und Likörweine dabei.

Der erste Flight an meinem Tisch waren Weißweine im Bereich bis 12 g Restzucker (bis auf eine Ausnahme). Für mich – wie ich auch schon via Twitter vermeldete – ein eher durchwachsener Flight. Vielleicht gibt es am Ende eine Silbermedallie. Keine technischen Mängel, aber auch – für mich – nichts, was mich begeistert hat. Bei einigen Weinen hatte ich das Gefühl, dass bei der Säure nachgeholfen worden war, daher habe ich auf das südliche Europa getippt und lag damit weit daneben: es waren alles Weine aus Deutschland. Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay; von der Mosel, aus Baden, der Pfalz, Rheinhessen und der Nahe. Für mich eine Enttäuschung, da ich schon viele deutlich bessere Bio-Weine aus deutschen Landen probiert habe.

Als zweiten und dritten Flight hatten wir Rotweine. Die ersten Roten (2008er Jahrgang) hatte ich nach Deutschland gesteckt und lag auch damit wieder daneben. Es waren Monastrells aus Jumilla, Spanien. Jung, fruchtbetont, zugänglich, aber auch nicht allzu lang. Hier gibt es sicher die eine oder andere Silbermedallie.

Meine weitere Einschätzung – mehr aus dem Süden – hat sich dann bestätigt: wir blieben in Spanien; eine ganze Reihe Weine aus der Navarra und im dritten Flight dann Valencia, Penedès und Mallorca. Insgesamt ein stabiles Niveau mit etlichen Silbermedallien und vielleicht auch etwas Gold.

Auch wenn es schwer fällt das Niveau konkret zu vergleichen – man erlebt ja immer nur einen kleinen, nicht repräsentativen Ausschnitt – habe ich den Eindruck, dass es vom Qualitätsniveau der angestellten Weine im Vergleich zur großen MUNDUSvini keinen Unterschied gibt.

Beim heutigen Rahmenprogramm hatten wir eine Führung und Verkostung beim Weingut Dr. Bürklin-Wolf. Klares Konzept & große Weine! Anschließend konnten wir den Abend im MUNDUSvini Weinhaus bei einem hervorragenden Essen ausklingen lassen.

Publiziert am von Peer F. Holm

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.