Von Évora starteten wir am Morgen noch weiter ins Landesinnere um die Quinta do Zambujeiro zu besuchen.

Wieder ein recht junges Projekt – 1999 war der erste Jahrgang, der auf den Markt gebracht wurde – diesmal mit einem schweizer Investor der in Singapur lebt im Hintergrund. Das Weingut wirkt nicht spektakulär sondern eher praktisch, ohne Spierenzchen.

Bei der Probe gab es zunächst eine Vertikale aller Jahrgänge des Flagschiffs „Zambujeiro“, also von 1999 bis zum aktuellen 2005er. Der Stil hat sich über die Jahre verändert, vor allem in den Jahren 2002/2003, da neue Rebanlagen mit weiteren Rebsorten hinzukamen. Meine persönlichen Favoriten sind 2003 und 2004, mit einem breiten Aromenspektrum, deutlich ätherisch / kräutrigen Noten, unterstützt von dunkler Frucht, Kirsche, Schokolade, … Am Gaumen belebt eine frische Säure die Rotweine und ich habe den Eindruck gewonnen, dass sie noch ein gutes Reifepotential haben.

Die mittlere Linie der Kellerei „Terra do Zambujeiro“ ist deutlich zugänglicher und präsentiert sich sehr ausgewogen.

Zu Mittag waren wir auf Einladung von Enoport in einem neuen Hotel und Restaurant in der Weltkulturerbestadt Évora. „M’Ar de Ar“ ist eine gelungene Symbiose aus alt und neu. Direkt auf der inneren Seite der Stadtmauer wurde ein altes Gebäude entkernt und mit neuen Teilen kunstvoll ergänzt. Die letzten Arbeiten im Hotelbereich sind noch im Gange, aber es sieht schon vielversprechend aus.

Der gastronomische Bereich ist vor allem in die alten Gemäuer integiert, jedoch stark mit modernen Elemente durchsetzt. In meinen Augen eine gelungene Kombination. Die Küche versucht dem selbst gestellten Anspruch gerecht zu werden, hat aber noch eine gewisse Trainingsphase vor sich.

Zum Abschluss des Tages ging es wieder zu einem Landgut ausserhalb Évoras, zu „Comende Grande“. Ein alter Familienbetrieb mit Landwirtschaft, Getreideanbau, Oliven und anderem, der sich erst Ende der 90er Jahre dazu entschlossen hat, verstärkt auch Wein anzubauen. Das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen! Weine mit Struktur, eigenem Charakter und Potential. So kann man den Tag ausklingen lassen.

Publiziert am von Peer F. Holm

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