Nach einer wundervoll geruhsamen Nacht auf dem Weingut, geweckt durch erste Sonnenstrahlen und Vogelgezwitscher, holten wir die Weingutsbesichtigung nach.

Bei 135 ha Weinbergen, eingebettet in eine Gesamtfläche von 1.400 ha, gab es einiges zu sehen. Auf die Entfernung sieht der Boden sehr gleichförmig aus. Bei nährerer Betrachtung konnten wir dann jedoch die Terroirunterschiede seh gut erkennen. Zum Teil war der Boden sehr rötlich, zum Teil eher Ockerfarbend und an einigen Stellen – den besten Lagen – kam Schiefer zum Vorschein. Die Herausforderung ist es, den richtigen Boden für die jeweilge Rebsorte zu finden und ggf. eine Fläche dann statt mit Wein doch eher mit Olivenbäumen zu bepflanzen.

Als zweiter Besuch des Tages stand Cortes de Cima auf dem Programm. Eine Kalifornierin (mit portugiesischen Wurzeln) und ein Däne die sich in Malaysia kennengelernt haben, haben das Weingut in den 80er Jahren gekauft und bewirtschaften es seitdem. Syrah ist die Rebsorte, die es den Beiden angetan hat und die auch den Grundstein für den Erfolg des Weingutes darstellt. Da Carrie selbst auch eine begeisterte Bloggerin ist, war überall auf dem Weingut ein offenes WLAN verfügbar, so dass ich einen Teil meiner Probennotizen live via Twitter und Facebook veröffentlicht habe. Zum Mittagessen wurde uns dann noch zwei gereifte Weine präsentiert, welche zeigen konnten, dass die Weine auch nach 10 Jahren noch nicht müde sind und ein gutes Reifepotential haben.

Weiter ging es zur Herdade do Peso, dem Alentejo-Weingut von Sogrape.
Auf die Frage, warum der in Porto beheimatete Konzern im Alentejo investiert, erhielten wir die – für mich gut nachvollziehbare – Antwort, dass die Region auf dem nationalen Markt inzwischen nicht nur eine hohe Bekanntheit hat, sondern zudem den größten Marktanteil.

Bei der Tour durch die Weinberge auf einem offenen Pickup, fielen uns die vielfältigen kräutrigen Aromen auf die in den verschiedenen Zonen deutlich zu riechen waren. Anis, Thymian, Rosmarin. Alles Aromen, die auch in den Weinen mehr oder weniger stark wieder zu finden sind.

Der anschließende Besuch der Fundação Eugénio de Almeida in Évora war ein gutes Beispiel für große Investments. Ausserhalb der Stadt wurde ein hochmodernes Weingut gebaut, wo man alle Möglichkeiten hat große Weine zu vinifizieren. Dies wurde bei der Verkostung vor allem bei der Top-Linie Pêra-Manca deutlich. Sowohl der 2007er Weiße, wie auch der 2005er Rote faszinierten mich durch ihre Eleganz.

Publiziert am von Peer F. Holm

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