Und wieder flatterte ein Karton mit zwei Weinen zum Vorkosten ins Haus. Die Idee, die dahintersteckt ist so einfach wie gut: Gemäß dem neuzeitlichen Crowdsourcing wird die Arbeit verteilt und eine gewisse Anzahl an trink- bzw. verkostungswilligen Bloggern erhält die Weine kurz vor dem Verkaufsstart. Die Blogger schreiben ihre Meinung und die Winzer haben ungeschminkte Originalzitate von verschiedenen Blogs und Facebook-Seiten, mit denen sie ihre Weine bewerben können.

Nun aber zu den heutigen Weinen:

2009 Rotschiefer, Riesling QbA Steillagenwein, 13%

Helles Gelb mit leicht grünen Reflexen.

st-antony-09-Rotschiefer-550In der Nase mineralische Noten, etwas Feuerstein. Ein fast pfeffrige Würze. Nur langsam kommt die Frucht zum Vorschein. Grüner und roter Apfel, Mirabelle. Ein leicht rauchiger Eindruck.

Am Gaumen saftig mit einem Schuss Kohlensäure. Dies macht den Wein frisch und wird durch eine dezente Restsüße gepuffert, ist aber nicht wirklich harmonisch. Trotz 13% wirkt der Wein eher schlank.  Auch am Gaumen siegt die Mineralität. Die Frucht hält sich (noch) stark zurück. Leider.

Zum Ende hin eine etwas herbe Noten. Erst dann kommt die Frucht. Grapefruit.

2009 Weißburgunder QbA trocken, 13%

Mittelhelles Gelb mit dezent grünlichen Reflexen.  

st-antony-09-weissburgunder-550In der Nase zunächst nussige Aromen; Haselnuss, etwas geröstete Walnuss. Dann auch Anklänge von Banane und etwas Mango. Mit etwas Luft kommt dann ein Hauch Vanille mit ins Spiel.

Am Gaumen ein frischer Auftakt. Auch dieser Wein wirkt nicht ganz trocken, was ihm aber ein sehr angenehmes Mundgefühl beschert. Angenehm reife Frucht, cremige Noten, etwas Brioche. Dazu eine feine Säurestruktur. Gut balanciert.

Im Abgang bleiben die nussigen, leicht würzig-rauchigen Noten. Gute Länge.

Fazit

Die Aktion finde ich im Grundsatz sehr gut, wenn auch gewagt. Aber wer nicht wagt, …

Bei den beiden Weinen gefällt mir der Weißburgunder im jetzigen Stadium besser. Er wirkt harmonischer. Der Riesling wirkt noch zu ruppig. Aber ganz ehrlich: Ich klage auf hohem Niveau.

Publiziert am von Peer F. Holm

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