Sattes Purpurrot mit leicht violetten Reflexen am Rand.

In der Nase sehr vielfältig. Rote Frucht, etwas Dörrobst, Holunder, Schattenmorelle, Lakritze, etwas Veilchen, balsamische Noten, Nuss, mildes Gewürze und getrocknete Kräuter, etwas rauchig, speckig (ich mag das!), sogar ein Hauch ätherische Noten. Öffnet sich mit der Zeit immer mehr und immer neue Komponenten ergänzen den Duft.

Am Gaumen erstaunlich schlank für seine 14% Alkohol. Als Frucht ist zunächst vor allem Holunder mit seiner leicht herben Art zu spüren. Dann kommt Kirsche und Schokolade, fast wie Mon Cheri. Die Frucht wirkt leicht eingekocht, jedoch nicht marmeladig. Die Säure ist präsent und lebendig. Das Holz – laut ausführlichem Rückenetikett hat der Wein 9 Monate im Barrique zugebracht – hält sich vornehm im Hintergrund. Im Abgang Holunder, Bitterschokolade und dann wieder eine ätherische Würze, die dem Wein eine angenehme Frische verleiht.

Bobal findet man leider viel zu wenig in dieser Klasse. Oft als Massenträger für fruchtbetonte Rosés missbraucht, zeigt dieser Wein welches Potential in der Rebsorte steckt. Der Schlüssel zum Erfolg (IMHO): Alte Rebanlagen (in diesem Fall 70 Jahre), niedrige Erträge und eine eher kühle Trinktemperatur – wobei ich mich nicht der Empfehlung vom Rückenetikett mit 8-10°C anschließen möchte …

Publiziert am von Peer F. Holm

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