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2010 Fontanasanta Nosiola, Foradori – im Verlauf einer Woche verkostet
Zur Weinrallye #50 zum Thema “Naturwein”, zu der Iris Rutz-Rudel eingeladen hat,
konnte ich mich nicht wirklich entscheiden, was ich nun (be-)schreibe. Herausgekommen ist ein Doppelposting. Zum einen dieses und zum anderen jenes. Viel hilft viel.
Zunächst war ich mir noch nicht einmal ganz sicher, wie sehr ich mich mit der Begriffsdefinition von Naturwein auseinandersetzen sollte und wollte. Ich bin ein bisschen durch die Gegend gesurft und habe mir verschiedene “Definitionen” angesehen, wobei ich dann jedoch feststellen musste, dass es nicht wirklich eine Definition gibt. Nur Meinungen. Thomas Günther hat dies bereits 2010 gut beschrieben.
1993 Linticlarus, Tiefenbrunner, Südtirol, 12%
Kräftiges Granatrot mit ziegelrotem Rand.
In der Nase zunächst verhaltene Frucht, die sich jedoch mit zunehmender Lüftung positiv entwickelt. Sauerkirsche, Holunder und etwas Cassis. Würzige Noten von Unterholz, hellem Tabak sowie leicht ätherische Kräuternoten ergänzen den Eindruck.
Am Gaumen halten sich Frucht und Würze die Waage. Eine feine Säure belebt den Wein. Das Tannin ist noch spürbar und feinkörnig.
Langer, eleganter Nachhall.
Im Glas gewinnt der Wein deutlich im Laufe der Zeit, wobei die Reife in den Hintergrund zu treten scheint.
2006 Gagliole, IGT Colli della Toscana Centrale, 14%
Dichtes Purpur, fast schwarzer Kern.
In der Nase reife, dunkle Beeren, etwas Würze, Lakritze, ätherische Noten, Rumtopf, balsamische Noten. Vielschichtig.
Am Gaumen angenehm weicher Auftakt, gefolgt von einem feinen Biss. Reife Tannine. Die lebendige Säure verhilft dem Wein zu einem Gegenpol zur reifen, fast marmeladigen Fruchtaromatik. Komplex am Gaumen, ohne erdrückend zu wirken. Für mich – auch aufgrund der vitalen Säure – ein hervorragender Begleiter zu kräftigen Fleischgerichten, vorzugsweise gegrillt, mit einem Chutney. Ein modern gemachter Wein, der dennoch seine Wurzeln nicht verleugnet.
Lang am Gaumen. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden. Macht Lust auf das nächste Glas!
2005 Bonarda vivace, Piccolo Bacco dei Quaroni, DOC Oltrepò Pavese, 13%
Dunkles Rubinrot mit violetten Reflexen.
Johannisbeeren, Holunder, Plaume, rote Früchte, würzige Noten, etwas Kräuter, Nadelbaum, etwas ätherische Noten.
Schäumender Auftakt. Zunächst irritierend, aber nicht unangenehm. Sauerkirsche, Kirschsaft, deutlich fruchtbetonte Art, dezente Fruchtsüße. Weich am Gaumen. Reife Tannine. Die Kohlensäure bildet mit der Frucht einen guten Spannungsbogen. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.
Eher schlanker Typ, mittlere länge, macht Lust auf das zweite Glas.
Sollte am besten leicht gekühlt (15 – 16°C) getrunken werden.









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