Heute im Glas

#heuteimglas aka „Heute im Glas“

Ich bin recht viel unterwegs und verkoste den „einen oder anderen“ Wein. Unter dem Hashtag #heuteimglas veröffentliche ich hier Bilder und kurze Beschreibungen von Weinen, die mir aufgefallen sind. Sozusagen als mein „Weinlogbuch„. Daran möchte ich Euch auf diesem Wege teilhaben lassen.

Wenn man mit der Maus über ein Bild fährt, seht Ihr den dazugehörigen Text. Beim Klicken auf das Bild, kommt Ihr in einem neuen Fenster auf meine tumblr-Seite.

Viel Spaß beim Stöbern!

Anmerkung: Entschuldigt bitte schon mal die möglichen Rechtschreibfehler und/oder verqueren Worte. Die meisten Einträge werden mit dem Smartphone gemacht und die Autokorrektur hat sich meiner Wortwahl immer noch nicht ganz angepasst …
 
3 en Rama Fino de Jerez de la Frontera, Fino del Puerto de Santa María und Manzanilla de Sanlúcar de Barrameda, Lustau, Sherry. Der Fino aus Jerez, dem wärmsten der drei Städte des Sherry-Dreiecks, präsentiert sich am weichsten und rundesten. Mandeln, etwas Quitte und dezente Mineralik beherrschen das Aroma. Der Fino aus El Puerto ist etwas dunkler. In der Nase leicht florale Noten. Am Gaumen ein feiner Biss, wirkt, als hätte der Wein “mehr Säure” (die Sherry kaum hat), also mehr salzige Mineralik. Der Manzanilla ist am hellsten, fast mit grünen Reflexen. In der Nase filigran mit einer zart-jodigen Note und einem Hauch von Kamille. Deutliche jodig-mineralische Art, typischer Manzanilla. Sehr lehrreich drei Sherrys vom gleichen Erzeuger, mit der gleichen Lagerzeit, unfiltriert und dem gleichen Abfüllzeitpunkt aus den drei einzigen Städten der Region, in der Sherry gelagert und gereift werden darf, parallel zu verkosten. Zurecht “Sherry Lovers only”.2015 Müller Thurgau trocken, Wirmsthaler Scheinberg, Franken. Sehr aromatisch. Exotische Frucht, florale Noten, Papaya, Mango, Limette und etwas erfrischende Minze. Frischer Auftakt, jugendlich-harmonische Säure. Am Gaumen ebenso aromatisch, wie in der Nase. Nicht aufdringlich, sondern einfach trinkig.Vor 31 Tagen abgefüllt, seit 2 Tagen in meinem Kühlschrank und nun in meinem Glas: die 2016er Abfüllung des Tio Pepe Fino en Rama von Gonzalez Byass aus Jerez. Grandiose Nase mit viel aromatischer Finesse und Ausdruck. Salzmandeln, salzig-mineralischer Eindruck, zarte Blüten und dezent milde Gewürze. Nicht zu kalt servieren, mit etwas mehr Luft und Temperatur blüht der Wein auf. Am Gaumen sofort wieder die salzige Note, gepaart mit einem Eindruck von Säure, die gar kein ist (Sherry ist extrem niedrig in den Säurewerten und trotzdem meint man Säure zu schmecken …). Sehr feiner Wein, trinkig, großes Kino.2010 Suzzane, Old Vines 1903,Oxer Wines, Rioja. Dunkle Waldbeeren, Wacholder, etwas Veilchen, balsamische Noten, hintergründige Holzwürze. Erstaunlich fein und fast zart. Und das bei 15% Alkohol. Schmelz, Frucht, etwas Karamell, belebende Säure. Trinkig.Zurück aus Argentinien erstmal wieder einen richtigen Riesling trinken: 2015 Gutsriesling trocken, Weingut Hofmann, Rheinhessen. Reife Aprikose, Grapefruit viel Frucht, glasklar. Super-saftiger Auftakt, erfrischend jugendliche Säure gut mit einer dezenten Süße balanciert, sehr trinkig bei nur 12,5%.2014 Philipp Bassler Spätburgunder trocken, Weinbiet, Pfalz. Reife Erdbeeren, Schattenmorellen, etwas Waldbeeren und Kräuter, Unterholz, ganz dezent rauchige Noten. Feinbelebende Säure, nicht wuchtig, eher eine elegante Erscheinung, Würze und Frucht harmonieren gut. Für mich ein guter, klassischer Spätburgunder.2014 Philipp Bassler Riesling trocken, Mussbacher Eselshaut, Weinbiet, Pfalz. Kein Schreihals, eher ein Gentleman. Feinstrukturierte Fruchtnuancen in der Nase. Aprikosenschale, etwas Mirabelle, ein zarter Anflug von ätherischen Kräutern. Am Gaumen sehr balanciert, präsente Säure, saftig-trinkige Art, charmant mit verspieltem Abgang.2013 Oppaco tinto, Soalheiro, Minho. Klingt wie eine spannende Cuvee: Vinhao und Alvarinho, also die typische Rotweinsorte des portugiesischen Nordens, zusammen mit der bekannten weißen Sorte. In der Nase viel Kirsche, Heidelbeere, Holunder, etwas Unterholz und leicht rauchige Noten. Am Gaumen Sauerkirsche und eine feine Säure. Angehm trinkig und mit 12,5% auch eher schlank, trotzdem viel Geschmack. Am besten leicht gekühlt trinken.2014 Tega do Sal, Viña Mein (für ‘Comando G’), Ribeiro. Leicht rauchig, Hefewürze, reife Gelbfrucht, kandierte Aprikose, exotische Frucht, milde Gewürze, dezent steinig-mineralisch. Cremig und saftig im Antrunk, schlank und doch komplex, ein Hauch Karamell, angenehm anregend herbe Note im Finish.2014 Ficiligno Insolia - Viognier, Baglio di Pianetto, Sizilien. Ananas, grüner Apfel, Limette, Litschi, Maracuja. Alles aber dezent und harmonisch, unterlegt mit etwas floralen Noten. Erstaunlich frische Säure für Sizilien, feine Würze, Kräuter, zum Ende hin cremig werdenden. Angehm und nicht überladen, mit gutem Trinkfluss.2014 Haardter Schlossberg Riesling trocken, Weinbiet, Pfalz. Glasklare Rieslingnase. Aprikose, Grapefruit, etwas Minze und Rosmarin. Knackige Säure, feiner Schmelz, leicht herbe Grapefruitzeste, Biss. Angenehm schlanke 11,5% und trotzdem aromatisch vielfältig.2015 Soalheiro Alvarinho, Vinho Verde. Jugendlich-frischer Auftakt in der Nase. Hefewürze, quirlige Frucht, Aprikose, Litschi, florale Noten. Leichte Fruchtsüße im Auftakt, dazu eine kernige Säure, etwas Pampelmuse und Kräuter. Kann man jetzt schon trinken, wird meines Erachtens aber noch besser, “erwachsener”.2014 Bancal del Bosc, Vinyes Domenech, Montsant. Dunkle Waldbeeren, Kräuter, etwas balsamische Noten, trockener Tannenwaldboden, Garrigue, leicht ätherische Würze. Trotz der Jugend schon weich im Antrunk. Gleichzeitig aber auch zupackend, mit Grip. Feinkörnige Tannine, kräutrige Würze, dezent Leder und Tabak. Guter Trinkfluss.2015 Allo, Alvarinho - Loureiro, Soalheiro, Minho. Betörende Fruchtigkeit in der Nase, ohne aufdringlich zu sein. Florale Noten, etwas Minze und eine kühle atlantische Frische. Spritziger Auftakt, sehr saftig und trinkig. Der unkomplizierteste Soalheiro, den ich je getrunken habe. Mit nur 11 % ein idealer Sommerwein.2014 pulpo Albariño, Pagos del Rey, Rias Baixas. Zitrusnoten, Limette, Meeresbrise, grüner Apfel. Die kernige Säure und die leicht herbe Note erinnern an Grapefruit. Recht typisch und unkompliziert.2015 Abadal Blanc, Pla de Bages. Frisch-würzige Nase, Kräuter, Noten, die an Seeluft erinnern, Aprikose, Grapefruit, florale Noten wie Lavendel. Jugendlich-frischer Auftakt, erfrischend, die Grapefruit tritt als Zeste in Erscheinung, animierende Säure, grüner Apfel, angenehm schlank und trinkig.2013 Bremmer Calmont Riesling - Eine von 1365 -, Weingut Franzen, Mosel. Mineralische Würze, reife Gelbfrucht, ätherische Kräuter, Pampelmuse. Öffnet sich immer mehr mit mehr Zeit und Luft. Saftiger Auftakt, tolle Balance von Süße und Säure. schlank und trotzdem aromatisch komplex. Elegant und kraftvoll. Würze und Feinheit. Spannung und Charme. Respekt!2014 Riesling trocken #weingegenrassismus , Weingut Hemer, Rheinhessen. Typische Rieslingaromatik, Aprikose, Gelbfrucht, etwas Grapefruit, Kräuter und Tannenzapfen. Sehr saftig im Antrunk, harmonische Säure, dezente Fruchtsüße, feinherbe Grapefruitnote im Abgang. Trinkig, zugänglich, weltoffen.2014 Revoluzzer Riesling trocken, Weingut Bibo & Runge, Rheingau. Mal eine ganz andere Rieslingnase: exotische Frucht, reife Maracuja, getrocknete Aprikose. Dazu Kräuter und eine rauchige Note im Hintergrund. Dann plötzlich etwas ätherisch-erfrischendes und Grapefruitzeste. Sehr saftiger Antrunk, eher verhaltene reife Säure. Schmelz, fast cremig, aber sehr trinkig dabei, fast schlank. Grapefruit wieder im Abgang. Feines Süße-Schwänzchen.2010 Chardonnay “Art Series”, Leeuwin Estate, Margaret River. Zart-rauchig, Banane vom Gill, gedörrte Aprikose, kandierter Ingwer. Toller Spannungsbogen. Packendes Säurespiel, feine Würze, fast jugendliche Frische, cremig und doch auch pikant. Alles, nur nicht fett.

… weitere Bilder und Notizen sind direkt auf tumblr hier zu sehen.

Ein Hinweis zur Klarheit: Ich beschreibe hier ganz subjektiv Weine und andere Getränke, die mir – meist positiv – aufgefallen sind. Diese Beschreibungen werden nicht vergütet / bezahlt. Die Weine an sich, sind aus meinem eigenen Kellerbestand, Konterflaschen von Verkostungen an denen ich Teilnehme oder werden mir von Winzern, Händlern, Importeuren oder Institutionen zur Verfügung gestellt (ohne die Verpflichtung darüber zu berichten).