Der Dezember begann mit einer traurigen Nachricht. “Lange schon habe ich überlegt wie ich das Projekt Winzerblog ordentlich beenden könnte, denn schon lange ist die Zeit reif dafür.” schrieb Thomas Lippert einleitend in seinem Winzerblog. Glücklicherweise hat Thomas dieses Vorhaben in den folgenden Sätzen relativiert. Er bleibt dem bloggen verbunden und wird sich ” in Zukunft anders mit dem Thema Wein auseinandersetzen.” Ich bin bespannt, was “anders” sein wird, und freue mich auf viele weitere Begegnungen mit Dir Thomas!

WeinrallyeZum Ende des Winzerblogs hat Thomas wieder einmal zu einer Weinrallye aufgerufen. Einer Weinrallye abseits der gewohnten Pfade, wie Thomas sich ausdrückt. Wichteln. Weinwichteln. Klasse! Wie das genau funktioniert brauche ich hier nicht wirklich nochmal abzuschreiben. Copy + paste hat zwar Hochkonjunktur, aber die Wirtschaft wächst dadurch nicht.

Mir wurde das Glück zuteil, dass ich mein Wichtelgeschenk an Arthurs Tochter schicken durfte. Auch Astrid – wie Arthurs Tochter auch gerne genannt wird – habe ich schon kennenlernen dürfen. Über das Bloggen, über die Vernetzung der Wein- & Genussszene sowohl on-, wie auch offline. Wieso dies ein Glück ist? Ganz einfach: weil ich ihre Schreibe mag, ihre Art und Weise an die Sache heranzugehen und sich zu äußern. Deswegen.

Also: Ab in den Keller und eine Flasche Wein raussuchen. Hmm. Der Wein sollte natürlich passen. Aber wozu? Zum Essen? Welchem Essen? Zu Astrid? Kann ein Wein zu einem Menschen passen? Ja!
Astrid kocht leidenschaftlich. Astrid ist eine Geniesserin. Astrid ist weltoffen. So habe ich sie zumindest kennengelernt. Also habe ich nach einem Wein geschaut, der hierzu passen könnte und bin auch fündig geworden:

In Erinnerung an eine Reise im letzten Herbst zu Abadia Retuerta in, bzw. besser gesagt bei der spanischen D.O. Ribera del Duero. Seinerzeit verbrachte ich einen genussvollen – wobei wir beim Stichwort sind – Tag auf dem Weingut und dem dazugehörigen Hotel. Die Gespräche drehten sich um Wein & Genuss. Um die Verbindung der Weine zum Essen. Um das sich Zeit nehmen für Genuss.
Genau deswegen, habe ich diese Flasche aus dem Keller geholt und sie an Arturs Tochter auf den Weg gebracht.

Ein weiteres Glück wurde mir zuteil: Ich wurde auch von einer Foodbloggerin beschenkt. Nathalie von Cucina Casalinga wurde mir zugeteilt, wobei ich den Eindruck habe, dass Thomas diese Reihenfolge auch bewusst gewählt hat, um Food- und Weinblogger noch mehr miteinander zu verbinden. Gute Idee Thomas. Danke Thomas!

Als das Paket dann eintraf, kriegte ich zunächst einen Schreck. Hatte ich da etwas falsche verstanden? Hätte ich der Astrid eine Kiste Wein schicken sollen ?!? Das Gewicht des recht großen Kartons belehrte mich dann schon eines Besseren. Und zum Glück war es keine kitschige “Formflasche”. In dem großen Karton verbarg sich – gut eingepackt und mit einer lieben Karte komplettiert – ein fränkischer Bocksbeutel.

2009_WB_Goldene_Krone

2009er Iphöfer Kronsberg
Weisser Burgunder Spätlese
Gasthof Goldene Krone – Familie Roßkopf
Iphofen

Nathalie schrieb mir zu dem Wein, dass sie den grundsoliden fränkischen Gasthof mit seiner klaren Küche und den Schoppenweinen sehr schätzt. “Diese Spätlese haben wir fast immer vorrätig.” verkündet Nathalie.

Bei so einer Ankündigung also nun aber wirklich zum Wein. Für einen 2009er hat er eine sehr jugendliche, helle Farbe. Es mag natürlich mit daran liegen, dass er mit einem Longcap-Schraubverschluß ausgestattet ist und somit der Luftaustausch minimiert wurde.

In der Nase auch wieder sehr jugendlich. In einer Blindprobe hätte ich den Wein von Farbe und Nase her sicherlich eher auf 2010 oder sogar 2011 eingeschätzt. Dezent nussige Noten, etwas florale Aromen und reifer Pfirsich mt Tendenz zur getrockneten Aprikose. Mit mehr Luftzufuhr wandelt sich das nussige zu schokoladigen Nuancen. Nussschokolade halt ;-)

Am Gaumen von Anfang an eine präsente Frucht, die mich stark an die getrocknete Aprikose erinnert, welche ich schon in der Nase wahrgenommen habe. Aber auch leichte Zitrusnoten. Orangeat. Die frische, lebendige Säure – welche sehr gut die Mineralik transportiert – steht in einem zarten Wechselspiel mit der Restsüße. Mal ein Franke, der nicht knochentrocken ist und dem dies auch steht!

Dabei fällt mein Blick wieder auf die Karte von Nathalie, wo sie schreibt, dass sie diesen Wein nicht nur immer vorrätig hat, sondern ihn “gerne zum Kalbsfilet, einem Pasta-Scampi-Gericht, …” genießt. Da bin ich voll bei Dir! Kalbsfilet mit einer leichten Sahnesauce (ich weiß, dass dies ein Wiederspruch in sich ist, aber es klingt dann nicht so fett …) in der ein paar Pilze (Morcheln vielleicht ?!?) mit eingearbeitet sind. Yammi. Das Pasta-Scampi-Gericht wird mit Sicherheit ebenso gut zu diesem Wein passen. Und das schöne dabei: mit seinen leichten (diesmal aber wirklich!) 12,5 % Alkohol, trinkt sich der Wein noch flüssiger. Sehr angenehmer Trinkdruck. Vor allem, da durch die frische Säure die Fruchtsüße fein ausbalanciert wird.

Meine Quintessenz des Ganzen: Eine genussvolle Überraschung!
Ich glaube nicht, dass ich mir selber eine fränkische restsüße Weißburgunder Spätlese aus 2009 gekauft oder im Restaurant bestellt hätte. So nach dem Prinzip: “gute Franken sind trocken.” Aber der Wein ist gut!
Der Ansatz von Nathalie kommt ja auch mehr von der Küchenseite. Sie kennt den Gasthof, sie schreibt sehr einfühlsam über Essen und Kochen und geht so viel ungezwungener an den Wein heran wie ich, der ich doch sehr dem Thema Wein verhaftet bin und dadurch sicherlich an der einen oder anderen Stelle auch Scheuklappen auf habe.

Danke Dir, liebe Nathalie, für diese Überraschung, für diesen – was “wir Weinleute gar nicht sagen dürfen” – LECKEREN WEIN.
Danke Dir, lieber Thomas, für die Idee zur Weinwichtelweinrallye, für diese Vermischung der Horizonte, für diese Gedankenanstöße.

DANKE!

Publiziert am von Peer F. Holm

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